Management von Humannetzwerken

Die Organisation erfolgt entweder durch die Netzwerkunternehmen selbst (ein oder mehrere Unternehmen koordinieren das Netzwerk allein oder in Arbeitsteilung) oder ein externes Netzwerkmanagement. Das Netzwerkmanagement besitzt existenziellen Einfluss auf Initiierung, Konsolidierung und Erfolg eines Netzwerkes. Es hat die komplexe Aufgabe, optimale Kooperationsbeziehungen herzustellen und so zu sichern, dass alle Partner einen möglichst großen Nutzen daraus ziehen (können). Das Netzwerkmanagement darf sich daher keinesfalls nur auf administrative Aufgaben beschränken: Netzwerkmoderatoren und -koordinatoren sollen vor allem gemeinsame Interessen finden und vermitteln, alle Partner motivieren und mit ihnen gemeinschaftliche Ziele vereinbaren. Alle Unternehmen müssen sich für das Netzwerk verantwortlich fühlen und ihr Handeln daran ausrichten.
Die Aufgaben- und somit auch die Anforderungsdefinition stehen in direktem Zusammenhang zu den verschiedenen Netzwerkphasen. Die Wahrnehmung und Ausführung der Aufgaben unterliegt damit einem stetigen Wandel, bei dem der Netzwerkmanager ein effizientes und effektives Handeln in jeder Netzwerkphase sicherstellen muss. Insbesondere bei der Entstehung eines Netzwerks (Aufbauphase) sollte eine zeitnahe Operationalisierbarkeit des Verbundes und seiner Aufgaben geschaffen werden.
An der Vielfältigkeit des Kompetenzprofils wird deutlich, dass der Netzwerkmanager die ihm gestellten Aufgaben nicht allein bewältigen kann, sondern auf Partner angewiesen ist. Zu diesen gehören in erster Instanz die Partner im Netzwerkmanagement, wie Vorstände, aber auch ein „Kern“ an Unternehmen, die die Stabilität des Netzwerkes Erfolg fördernd mit beeinflussen. Diese „stabilen Kerne“ übernehmen wichtige Funktionen im Netzwerkmanagement und tragen zur zukunftsorientierten Entwicklung des Netzwerkes bei. Oftmals sind sie Unterstützer und Vorreiter bei der Etablierung neuer Ideen und deren Umsetzung im Netzwerk.
Den „Promotoren“ wird in der Netzwerkarbeit eine besondere Rolle zuteil. Die Promotoren sind zu Beginn des Netzwerkaufbaus die Ideengeber und Impulsträger und suchen für die Umsetzung der Ideen geeignete Partner, aus denen sich das zu entwickelnde Netzwerk erschließt. Neben der Entwicklung einer tragfähigen Idee und der Anregung erster Aktivitäten sind die Promotoren im Innenfeld auch in der weiteren Netzwerkentwicklung die Eckpfeiler des Kooperationsgefüges. Promotoren können dabei sowohl den Netzwerkunternehmen entstammen als auch Vertreter der Wirtschaft und Politik sein und gleichzeitig Netzwerkmanager sein oder werden.
Im Außenfeld des Netzwerkes obliegt vor allen den Promotoren die Realisierung der Öffentlichkeitsarbeit. Die Aufgabe besteht in der Stärkung der Wahrnehmung des Netzwerkes bei Verwaltungen, Unternehmen, potenziellen Kooperationspartnern und Personen. Nicht nur auf regionaler, sondern je nach Netzwerktyp und -ausrichtung auch auf nationaler oder internationaler Ebene müssen die Erfolge des Netzwerkes kommuniziert werden, um nachhaltige Strategien aus best-practice-Ansätzen zu entwickeln. Die Verwertbarkeit der Ergebnisse am Markt steht dabei im Vordergrund.
Neben einzelnen Unternehmen zählen auch Multiplikatoren dazu. Diese im weiteren Umfeld des Netzwerkes agierenden Partner, zu denen Ministerien, Projektträger, Politiker, Entscheider in Wirtschaftgremien u.a. gehören, tragen mit der persönlichen Wahrnehmung von inaktiven Beteiligungsformen wie z.B. Teilnahme und Mitwirkung an Veranstaltungen des Netzwerkes, Übernahme einer Schirmherrschaft, Eröffnen von Möglichkeiten der Kontaktanbahnung und Leistungspräsentation des Netzwerkes im erweiterten nationalen und internationalen Umfeld sowie Empfehlungen an andere Partner, Bundesländer, Gremien wesentlich zur Reputation des Netzwerkes bei.
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