Zukunftswerkstatt    
     
Visionen als zentrales Element des Handelns zu begreifen, ist der Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit »Zukunftswerkstätten«. Der Begriff ist einer gesellschaftlichen Umorientierung unterworfen: »Visionen« sind bis vor Kurzem rein negativ besetzt gewesen. In den neuen sozialen Bewegungen wurden subjektive Erfahrungshinter- gründe, Visionen und gesellschaftspolitische Realitäten in ein dialektisches Spannungsverhältnis gesetzt, welches sich produktiv auf Einzelbereiche der gesellschaftlichen Entwick-lung ausgewirkt hat.

Den Visionen fällt eine besondere Rolle zu. Sie können die Zielsetzungen vorgeben und Motivationen schaffen, um Strategien und Handeln zur Umsetzung zu verhelfen. Die Entwicklung der Visionen kann kollektiv getätigt werden. Deshalb können die Handlungsstrategien nicht nur individuell sein, sondern sind häufig in einen Gruppenprozess eingebunden.

Zukunftswerkstätten leiten sich aus dem Verständnis ab, die Visionen abzufragen, gegenüberzustellen, auszuwerten und in den Entwicklungsprozess einzubinden. In der Kritikphase setzen sich die Teilnehmer, ausgehend von ihrem Erfahrungshintergrund, kritisch mit dem Problemfeld ausein-ander. Die Phantasiephase ermöglicht es, Gegenentwürfe zur gesellschaftlichen Wirklichkeit und Zukunft zu entwickeln. Der Umsetzungsphase bleibt die Prüfung der Visionen und die Entwicklung von Handlungsstrategien vorbehalten.

Die Methode »Zukunftswerkstatt« wurde vor 25 Jahren von Robert Jungk entwickelt und wird seitdem immer häufiger eingesetzt. Galt die Methode am Anfang ausschließlich der Projektentwicklung, findet sie in letzter Zeit immer häufiger mit politischen und wirtschaftlichen Hintergrund in Kommunen, Verwaltungen und Unternehmen ihre Anwendung.
 











   
 
Zukunftswerkstätten werden von uns auch als Bürger-beteiligungsprogramm verstanden, wenn es um politische und soziale Entscheidungsprozesse geht. Ziel ist breite Beteiligung der Öffentlichkeit, der Betroffenen, an Planungs- und Entscheidungs- vorgängen. Die Forderung nach Integration und Mitspracherecht ist für die Politik wichtig geworden, da ihr immer öfter vorgeworfen wird, sich von der Basis und den Bedürfnissen sowie Interessen der Wähler zu entfernen.

In Rahmen der Stadt- oder Dorfentwicklung, die sich als Hilfe zur Selbsthilfe versteht, sollen die Bewohnerinnen und Bewohner motiviert oder animiert werden, sich an der Planung zu beteiligen, um die Maßnahmen anschließend mit zu tragen.
 
     
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